Dienstag, 7. Februar 2012

Der Tag an dem SKYRIM langweilig wurde

Es geschah kurz vor Weihnachten an einem ziemlich ätzenden Tag voller Regen und Wind. Ich war auf dem Weg nach Schwarzweite und schlug mich durch eine schier endlose Zwergenruine. Es ging rechts rum, zwei Gänge weiter wieder nach links. Dann noch einmal nach links. Dann ewig gerade aus, durch eine endlose Zahl an Türen, von denen jede einen Ladebildschirm heraufbeschwor, der noch einmal Zeit gab, die Weihnachtseinkäufe zu erledigen. 

Khajiit bewacht mich nicht mehr...
Irgendwann lief ich nur blind die Gänge entlang, schaute nicht mehr nach den Gegnern, die hinter jeder Abzweigung lauerten. Leider raffte dieses rücksichtslose Verhalten  meinen Begleiter dahin, dessen Leiche ich bis heute nicht wiederfand. 

Beim Erreichen der Questmakierung brach ich meine Reise schließlich für mehrere Wochen ab. Nach rund 60 Stunden war es also passiert: die Disc, die sich so viele Wochen tapfer im Laufwerk drehte, wurde entfernt, in die Hülle gepackt und im Regal geparkt. Das Wintermärchen Skyrim war für mich vorläufig beendet. 

Dich kenne ich doch...
Doch der Winter dauert ja noch an, wie man unschwer an zugefrorenen Dieselmotoren der Nachbarn erkennen kann. Deswegen gab ich mir einen erneuten Ruck und parkte Skyrim wieder aus – im Rückwärtsgang. Doch nach bereits einer Stunde voller Draugr, Draugrgeißeln, Ruhelosen Draugr, Draugrtodesfürsten und Höheren Draugrtodesfürsten in einem Dungeon, der mal wieder genau so aussah, wie 70% aller Dungeons, die ich auf meiner Reise jemals besichtigte, war der Zauber auch mal wieder verflogen. 

Die einzige Frage, die ich mir jetzt noch stelle, geht in die Richtung: Zähne zusammenbeißen, um zumindest die Haupthandlung zu beenden oder  vielleicht noch ein weiteres Jahr verstreichen lassen, bevor ich mich wieder nach Himmelsrand wage? 

"DHL! Packen Sie mal an, ist schwer!"
Denn obwohl Skyrim ein großartiges Spiel ist, welches in vielen Bereichen neue Maßstäbe setzt, krankt es doch immer wieder an den gleichen Stellen: alle NPCs bleiben blass und charakterlos, Handlungen von Nebenquests stehen dem in nichts nach und selbst die Haupthandlung kommt nach dem eigentlich fulminanten Auftakt nicht wirklich in Schwung. Ob der ganzen Kurierquests kann man ohnehin schon mal vergessen, dass man eigentlich das Drachenblut spielt und keine Ausbildung zum DHL-Boten macht. 

Sicherlich bin ich für dieses Problem selbst verantwortlich, da ich mir Questbeschreibungen schon seit langem nicht mehr durchlese und mir das Wehklagen der unzähligen NPCs ebensowenig anhöre. Für mich ist lediglich relevant, wo ich hin muss und was ich dort zu besorgen habe. Vielleicht werde ich mit diesem Verhalten dem Spiel nicht gerecht, wie ich auch meinem verstorbenen Begleiter nicht gerecht geworden bin, den ich mit einfachen Worten ausgedrückt im Stich gelassen habe. Aber welcher DHL-Kurier kann schon von sich behaupten, dass er seine Kunden wirklich kennt?  

Atmosphärisch gesehen tauche ich noch immer gerne in die riesige Welt Himmelsrands ein. Wenn ich über einen Höhenpfad laufe, auf dem ein Schneesturm tobt, dann fröstele ich auch auf meinem Sofa ein wenig. Wenn sich der Schneesturm dann in der Nacht legt und Auroras offenbart, keimt in mir der Wunsch einmal dieses Naturphänomen in echt zu erleben. In Falkenring durch das Dickicht zu schleichen, erinnert irgendwie an die eigene Kindheit, wo der Garten zu einem Abenteuerspielplatz wurde. Unzählige weitere Beispiele ließen sich hier finden...

... aber dann wird man auch schon wieder jäh aus dem Fluss der eigenen, verträumten Gedanken gerissen: auf einmal gefriert das Bild, ruckelt nach zwei, drei Sekunden  vorwärts, bis sich dann der Zwischenspeicher wieder etwas beruhigt hat. Oder man macht den Fehler und geht durch eine Tür. Diese Türen sind dabei zu 80% echt hinterhältige Gesellen, die einen gnadenlos auf den Ladebildschirm verbannen. Immerhin wird so ein Beitrag dazu geleistet, dass man die echte Zeit und den echten Raum nicht ganz vergisst. Vom Gefühl her habe ich einen nicht unerheblichen Teil meiner Spielzeit auf Ladebildschirmen abgesessen. 

Dieses Gefühl sagt mir weiterhin, dass mir das Spiel schon unzählige Male komplett abgestürzt ist und die Bugs sich auch recht ungehindert vermehren. Fraglich wo hier der Support ist und warum das Nachreichen von Patches gerade auf den so gebeutelten Konsolen einfach nicht voran kommt, wenn dem Entwickler doch schon bei Release klar war, dass das Spiel fehlerhaft sein würde. 

Dabei bin ich niemand, der sich grundsätzlich über jeden kleinen Glitch aufregt. Ich kann genauso über Ruckler, Bugs und den gelegentlichen Freeze hinwegsehen, wenn mich das Spiel anderweitig bei Laune hält. Bei Skyrim häuft sich jedoch allmählich der Frust an.

Dabei hatte alles so schön begonnen, als ich das erste Mal auf dem Weg Richtung Flusswald war und mir die Spielwelt mit ihren Möglichkeiten unendlich vorkam. Dieses Gefühl hätte ich gerne wieder und deswegen wird Skyrim wohl für die nächsten Monate doch wieder im Regal parken, denn wer weiß: vielleicht gibt es im nächsten November zumindest endlich einen Stabilitätspatch, der Himmelsrand in neuem Glanz erstrahlen lässt. Bei meinem Glück werde ich dafür aber wohl die Game-of-the-Year-Edition oder eine andere Sonderedition kaufen müssen.
Geschmacksrichtung: Thai-Curry in der 3-Monats-Vorratsdose

Bilderquelle: http://www.geograph.org.uk/photo/729124 und  http://www.elderscrolls.com/

Mittwoch, 2. November 2011

Uncharted-3-Marketing: You're doing it Wrong!


Nach langer Pause können wir verkünden, dass heute Mittwoch, 2.November 2011 ist. Offizieller Release-Tag von Naughty Dogs Uncharted 3 oder auch einfach nur ein weiterer Tag in Deutschland, an dem der Herbst immer noch auf sich warten lässt. Und an diesem schönen Tag wird nun von einer berichtet, die auszog um Fotos zu schießen. Denn vor kurzem sprang mir im schönen Düsseldorf eine Hauswand ins Blickfeld, die einer weiteren Sony-Marketing-Kampagne zum Opfer gefallen ist. 




An sich doch ein sehr schöner Ausblick, oder? Zusammen mit dem Werbespruch des Plakats darunter könnte man von einer echt tollen Aktion sprechen, zumal sie in unmittelbarer Nähe zu einem S-Bahnhof gelegen ist. 


Allerdings gilt auch hier: knapp daneben ist auch vorbei!

Zuallererst einmal wäre da dieser riesige Baum, der direkt vor der Hauswand prangt. Glücklicherweise bereiten sich die Bäume hierzulande schon auf den herannahenden Herbst vor, weswegen der gütige Laubbaum mehr und mehr den Blick auf das Kunstwerk freigibt… zumindest fast! 



Leider verpasste man dann auch noch den idealen Punkt zur S-Bahn-Station. Das Haus, welches der Station direkt gegenüber liegt, erstrahlt in frischem Apricot und befindet sich auf der anderen Straßenseite. 

Dort, wo die künstlerische Hauswand prangert, befindet sich nicht einmal ein Aufgang zu den Gleisen, sodass nur die Froschperspektive zum einigermaßen soliden Fotografieren übrig blieb.  Die S-Bahn-Brücke verhindert letztlich auch den vollständigen Blick, den man aus einigen Metern Entfernung sicherlich gehabt hätte.

Was bleibt also? Genau! Die Pappaufsteller im Elektromarkt! 


Geschmacksrichtung: Salzgebäck

* Für alle aus der Region, die dieses Kunstwerk trotz aller Schwierigkeiten bestaunen wollen: bei der S-Bahn-Station handelt es sich um Düsseldorf-Flingern. 

Samstag, 20. August 2011

Lasst die Magie beginnen: Lego Harry Potter: Die Jahre 1 – 4

Indiana Jones, Batman, Star Wars, Harry Potter und seit neustem auch Fluch der Karibik. Was haben diese Filme miteinander gemein? Richtig, sie alle wurden in den letzten Jahren von dem englischen Entwickler Traveller’s Tales als Lego-Videospiele umgesetzt. Auch wenn Lego augenscheinlich nicht so ganz der üblichen PlayStation3-Gourmetspieler-Zielgruppe entspricht, so wurden die Spiele dennoch gut angenommen. Im Folgenden soll nun einmal der Titel Lego Harry Potter – Die Jahre 1 – 4 auf die Gabel genommen werden.

Die 4 Häuser
Vom Spielprinzip ähnelt Lego Harry Potter – Die Jahre 1 – 4 seinen Vorgängern: Man hat eine Basis, zu der man nach erfolgreichem Abschließen eines Levels immer wieder zurückkehrt. Ziel des Spieles ist dabei, möglichst viele Legosteine zu zertrümmern, um so möglichst viele Studs (Währung in den Legospielen) zu sammeln. Denn mit diesen kann man sich alle möglichen Bonussachen kaufen, wodurch man das Spiel am Ende auf 100% Vollendung bringen kann. Der Storymodus von Lego Harry Potter umfasst dabei sechs Level pro Jahr. Wer die Bücher kennt oder zumindest die Filme gesehen hat, wird sich sehr schnell in das Spiel einfinden können. Für jemanden, der jedoch nie einen Film gesehen oder ein Buch der Reihe gelesen hat, wird es schwer sein in die Story rein zu finden. da nach Lego-Manier in den Zwischensequenzen nicht gesprochen wird. Der Witz wird allein durch das Bild getragen. Die Zwischensequenzen begnügen sich damit, einzelne, wenige Höhepunkte der Filme zu zeigen, die für den Nichtkenner unverständlich bleiben.

Ron, Hermine und Harry
Der Storymodus ist allerdings auch recht schnell durchgespielt, denn ein klares Augenmerk bei den Legospielen ist der Sammelfaktor. Hat man nämlich den Storymodus beendet, so hat man erst 20% des Spiels ausgekostet. Bei Lego Harry Potter wurde dabei sogar im Vergleich zu den Vorgängern noch ein größerer Wert auf den Sammel- und Knobelfaktor, als auf den Kampffaktor gelegt. Musste man sich bei anderen Ablegern noch mit Lichtschwert und Peitsche durch die Level kämpfen, ist es nun ein Zauberstab. Dieser kann zwar durchaus auch als Waffe fungieren, dient jedoch mehr dazu, Dinge mit Hilfe eines Schwebezaubers durch die Gegend und auf ihre angestammten Plätze zu befördern.

Lupin und Sirius
Spricht man von einem Lego-Spiel, schließt dies zeitgleich auch immer einen Zwei-Spieler-Koop-Modus ein. Mit diesem ist auch Lego Harry Potter gesegnet bzw. verflucht. So ist es zwar recht witzig, das Spiel zusammen mit einem Freund durchzuspielen, jedoch bekommt dafür nur der erste Spieler die womöglich heißbegehrten Trophäen. Spielt man allerdings alleine, ist es nach einiger Zeit recht mühsam, immer wieder zwischen zwei oder drei Charakteren zu wechseln, um das Spiel erfolgreich abzuschließen. Der Vorteil hierbei ist wiederum, dass man nicht auf den anderen Rücksicht nehmen muss, sollte dieser ein Bummelsammler sein, während man selbst eher der Zack-und-Durch-Typ ist. Wobei diesen Gegensätzen mittlerweile ein wenig Abhilfe geschaffen wurde, da mit Lego Indiana Jones 2 (der indirekte Vorgänger von Lego Harry Potter) endlich der geteilte Bildschirm eingeführt wurde. Hat man früher noch seinen getreuen Mitspieler in den Tod gerissen, wenn man zu schnell voraus geeilt war, so teilt sich jetzt stattdessen der Bildschirm in zwei Bildhälften. Zudem war bei Lego Harry Potter der Koop-Modus anfangs auf den Offline-Modus beschränkt, erst ein halbes Jahr später wurde der Online-Modus nachgereicht.

Das Schloss Hogwarts
Zwei große Mankos der Lego-Reihe sind jedoch zum einen die starre Kamera, denn für den Spielspaß ist es nicht gerade förderlich, wenn ein Fels oder ein Baum einem die Sicht versperrt und man so einfach nicht den richtigen Weg hinaus finden kann. Zum anderen die hohe Buglastigkeit, die einen 100% Erfolg der Spiele sehr häufig vereitelt und die es einem fast unmöglich macht, das Spiel pünktlich am Erscheinungstag freudig zu beginnen. Über die Grafik schaut man dagegen gerne großzügig hinweg, weil Lego einfach Lego ist und erfreut sich einfach an einem monumentalen Hogwarts (das Schloss, welches die Zauberschule beherbergt), in welchem man sich mit seinem Lieblingscharakter aus dem Harry Potter-Universum in Legooptik umher bewegt, jede kleine Ecke erkundet und mit seinem Zauberstab Legosteine sprengt wo es nur geht.

Eine Ratte im Essen?
Als Fazit lässt sich sagen: Fans der Harry Potter Reihe werden mit Lego Harry Potter – Die Jahre 1 – 4 ihren Spaß haben, wer jedoch noch nie etwas mit Harry Potter zu tun hatte und nur den Lego-Faktor im Blick hat, der wird dem Spiel nicht viel abgewinnen können und es nach dem ersten Jahr zur Seite legen. Harry Potter Fans sei allerdings Folgendes gesagt: Im November 2011 erscheint bereits der Nachfolger Lego Harry Potter – Die Jahre 5 – 7. Hoffen wir, dass Traveller’s Tales diesmal aufmerksamer war und nicht wieder so viele Käfer in sein Essen gelassen hat, wie bei den vergangen Gerichten.

 
Geschmack: Schokoladeneis mit bunten Streuseln garniert

Dienstag, 9. August 2011

Uncharted 3: Be careful what you wish for


In den 1980er Jahren legten George Lucas und Steven Spielberg mit der Indiana-Jones-Filmreihe eine Grundzutat für viele weitere Schatzsucher-Filme und Videospiele bereit. Durch den enormen Erfolg beflügelt nahm sich im Jahr 2007 auch der amerikanische Spielentwickler Naughty Dog diese Grundzutat in Form eines sympathischen und humorvollen Schatzsuchers zur Hand, erschuf  so den smarten Schatzsucher Nathan Drake und produzierte mit diesem als Hauptfigur den ersten Teil der Uncharted-Reihe (Uncharted: Drake's Fortune). Während 2009 der zweite Teil folgte (Uncharted 2: Among Thieves), ist für Anfang November diesen Jahres bereits der dritte Teil angekündigt: Uncharted 3: Drake’s Deception. Grund genug für uns, einmal einen genaueren Blick auf den kommenden Titel zu werfen.

Sully und Drake
Drake hatte es bisher nicht leicht. So kämpfte er sich im ersten Teil durch Wasser und Dschungel nach El Dorado. Im zweiten Teil führte ihn die Suche durch Eis und Schnee in das ebenfalls sagenumwobene Shambala/Shangrila. Diese Reisen lieferten dem Spieler ein grafisch geniales Spiel, in welchem die Landschaften sehr detailverliebt waren, denn ein großes Plus von Uncharted ist die bahnbrechende Grafik. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich während der Entwicklung des Spiels die Story, wie auch die Charaktere weiter in einem Prozess der Entwicklung befinden. Unter anderem fließen auch spontane Aktionen und Einfälle der Schauspieler mit hinein und verleihen dem Spielgeschehen dadurch die kleine Extraportion Lebendigkeit. Denn wenn die Figuren authentischer wirken, erhalten sie  automatisch mehr Sympatheipunkte vom Spieler, was wiederum dafür sorgt, dass der Spieler  sich den Charakteren verbundener fühlt und sich damit gleichzeitig mehr an die ganze Spielreihe bindet.

Bösewicht der Extraklasse: Katherine Marlowe
Im dritten Teil soll es den Titelhelden Nathan Drake nun durch Sand und Hitze auf der Suche nach der verlorenen Stadt Iram, welche auch als das "Atlantis des Sandes"  bekannt ist, in die Wüste Rub al-Chali verschlagen. Wieder zwei Extreme bei denen der Spieler froh sein kann, nicht Spielfigur zu sein. Zumal es diesmal auch die Nemesis von Drake besonders in sich hat. Handelte es sich hierbei in den ersten beiden Teilen noch um muskelbepackte Männer, so bekommt es der Spieler diesmal mit einer älteren und zierlicheren Dame namens Katherine Marlowe (genial verkörpert von Helen Mirren) zu tun. Es dürfte spannend werden, welche Hindernisse und Gefahren sie für ihn bereit hält.

Viel mehr ist bisher nicht über die Story bekannt, denn es soll ja auch spannend bleiben. Doch klar ist, dass Drake und sein Mentor Victor "Sully" Sullivan auf den Fußspuren des berühmten Lawrence von Arabien durch die Wüste Rub al-Chali wandern werden. Allerdings verwandelt sich die Suche nach dem Reichtum der verlorenen Stadt schnell in einen Kampf ums Überleben, der Drake an die Grenzen seiner Ausdauer bringt und ihn mit seinen tiefsten Ängsten konfrontiert.

Die Flugplatz-Map
Wie auch der zweite Teil wartet Uncharted 3 mit einem Multiplayer neben dem Singleplayer auf. Hierfür bot Naughty Dog im Juli eine kurze offene Beta an, die einen ersten Eindruck vom kommenden Multiplayer vermittelte. Nach dieser zu urteilen, hat sich beim dritten Teil grafiktechnisch kein Meilenstein gegenüber dem zweiten Teil aufgetan. Dennoch konnte man sich vorab einen guten Überblick über die ersten drei Maps des Multiplayers verschaffen: der Flugplatz, das Chateau und die Stadt Yemen. 

So ist es nun möglich auf der Flugplatz-Map erst auf fahrenden Lastern, welche neben einem startenden Flugzeug herfahren, gegeneinander zu kämpfen, bevor der Spieler dann nach dem Start des Flugzeugs auf eine klassische Map wechselt. Eine weitere Neuerung sind die sogenannten Powerplays, welche dem hinten liegenden Team beim Aufholen helfen sollen, indem beispielsweise alle Spieler des führenden Teams auf der Map sichtbar werden. Ein weiteres neues Koop-Gimmick ist die Möglichkeit ein High-Five zu vollführen, wenn man zusammen mit seinem Online-Kumpel erfolgreich einen Gegner niedergestreckt hat.

Elena ist auch wieder mit dabei
Laut Angaben von Sony (Quelle: PlayStation Blog) war die Uncharted-3-Beta, die  erfolgreichste offene Beta die es bisher gab. Dies sollte einen jedoch nicht verwundern, da Uncharted 2 seinerzeit eines der erfolgreichsten First-Party-Spiele für die Playstation 3  war. Bisher sind zwei Editionen von Uncharted 3 angekündigt: die Standard-Edition und die Collector‘s-Edition. Während die Standard-Edition auch schon in Deutschland vorbestellbar ist, ist die Collector's Edition noch ausschließlich dem amerikanischen Markt vorbehalten. Ob hierzulande ebenfalls eine Collector's Edition erscheinen wird, ist bislang unklar.

Jetzt heißt es aber erstmal, sich weiter bis Anfang November zu gedulden. Bis dahin sei dem wartenden Spieler jedoch ans Herz gelegt, die Zeit zu nutzen und seinen Hechtsprung zur Perfektion zu vollenden, denn schneller als man springen kann, fliegen auch schon wieder die ersten Granaten!




Geschmacksrichtung: Fruchtig frisch mit scharfer Chili-Note


Sonntag, 31. Juli 2011

Denksport für Hardcore-Gamer: Portal 2

Puzzle-Shooter! Was für eine Genre-Beschreibung! Man bekommt eine Waffe, aber keine, die kleine Löcher mit Blei schießt, sondern eine die richtig große Löcher in weiße Wände schießt. Macht man das zweimal, dann kann man durch das eine Loch treten und aus dem anderen wieder hinaus kommen. Auf diese Weise wird es möglich, ganz einfach Hindernisse zu umgehen, auf eine höhere Ebene zu gelangen, etc. 

Klingt simpel? Ist es aber bestimmt nicht, denn sonst würde das Puzzle nicht der Genrebezeichnung vorweggehen. Meist kann man eben nicht so einfach von A nach B, muss stattdessen Würfel auf Schalter manövrieren, orangene oder blaue Paste im Raum verteilen oder geschickt Lichtbrücken durch die geschossenen Portale leiten, um irgendwann beim Ziel anzukommen. Denn Portale lassen sich nur auf weiße Portal-Flächen schießen, die natürlich netterweise eher rar gesät sind. Nicht, dass der Spieler noch ob des vielen Weiß in Melancholie verfällt! Das ganze geschieht dann natürlich in der bewährten Egoperspektive, bei der ihr eure Füße selbstredend nicht seht, wenn ihr nach unten schaut und bei der auch die üblichen Nebenwirkungen auftreten können, wie Schwindel und leichte Orientierungslosigkeit. 

Nein, die Autorin ist keine geübte Ego-Perspektiv-Spielerin. Dennoch gewöhnte sie sich schnell an diese, für sie ungewöhnliche Perspektive und arbeitete eifrig daran, sich mehr räumliches Denkvermögen anzueignen, als es ihr irgendein Mathelehrer mit Hilfe von Vektoren jemals hätte beibringen können. 

Während das Gameplay als solches also sehr leicht von der Hand geht, wird das Spiel nicht müde, euch immer wieder neue Methoden zu präsentieren, um Portale geschickt so zu verteilen, dass man letztlich am Zielpunkt ankommt, sei es nun der freie Fall, der als Katapult genutzt werden muss oder besagte merkwürdige Pasten, die euren Charakter höher springen oder sogar beschleunigen lassen. Durch die geschickte Kombination von Portalen und Hilfsmitteln kann man eventuell  zum Zielpunkt gelangen. 

Eingebettet wird das Spiel in eine liebevolle und schreiend komische Rahmenhandlung, die mit vielen Überraschungen und viel Altbekanntem (Kartoffeln!) auf euch wartet. Der Humor von Portal dürfte inzwischen schon fast ein ganz eigenes Genre sein.

Zwar ist die Einzelspieler-Handlung nicht allzu umfangreich geraten, doch wird das Spiel noch um einen Koop-Modus erweitert, welcher sowohl über Splitscreen offline spielbar ist als auch online, unter anderem über Steam. Dieser erzählt eine eigene, kleine Geschichte mit ebenfalls sehr vielen bösen Sprüchen. Darüber hinaus gilt es, hier jeweils vier Portale richtig im Raum zu positionieren, wobei man sich zwangsläufig mit seinem Mitspieler absprechen muss. Es handelt sich also um einen echten „kooperativen“ Modus, bei dem auch wildes Gestikulieren und Rumschreien nichts hilft, sollte euer Spielpartner das System in dem Raum noch nicht durschaut haben. Immerhin kann man ihm offline noch den Controller aus der Hand reißen und es selber machen. Für Online-Spieler empfiehlt sich beim Verzehr gleichzeitig ein Magenbitter und/oder Nerventee.

Alles in allem steht Portal 2 für sehr gute, kurzweilige und vor allem witzige Unterhaltung, oft mit zusätzlichem Gehirnkrampf als Bonus. Leider bietet das Spiel nach dem Durchspielen erst einmal keine Motivation, es noch einmal anzugehen, denn wer die Lösung der Rätsel kennt, kann ohne weiteres in  einem Bruchteil der eigentlichen Spielzeit durch die Testräume rauschen. Aber dies ist nun einmal der generelle Nachteil des Puzzle-Genres, wobei das Spiel trotzdem Spannung pur bedeutet, bis die letzten Credits gelaufen sind. Ob es einem das Geld für dieses Genre jedoch wert ist, muss letztlich jeder selber entscheiden. Nachdem das Spiel aber eine zeitlang im Regal gereift ist, dürfte man sicherlich auch ein zweites Mal Geschmack daran finden. 

Geschmacksrichtung: Vollkornbrot mit reichlich Ballaststoffen


Donnerstag, 14. Juli 2011

1,000,000 Lightyears: Mass Effect 2 für besonders Eilige

Eine kleine Handlungszusammenfassung

Des einen Freud, des anderen Leid: aufwendige, epische Geschichten, die sich endlos erstrecken und dem Konsumenten ein ganzes Universum an Ideen bieten. Man denke nur an die epischen Wälzer von Tad Williams oder Terry Goodkind! Überhaupt bietet gerade der Fantasy- und Si-Fi-Bereich viele solcher Schinken, die jedoch nicht jedem bekommen. Viele sind mit einer 200-Seiten-Lektüre vollkommen bedient und empfinden alles jenseits der 300 Seiten als übersättigend. 

Ähnlich funktioniert es wohl auch bei Games, denn während sich einige Leute freuen, ganz und gar für 30, 40 oder gar weit über 60 Spielstunden in ein ausgeklügeltes Universum einer neuen Welt abzutauchen, gibt es Spieler, die Diätkost von rund zehn Stunden Spielzeit vorziehen. 

Damit diese Spieler nun aber auf der bald anstehenden Gamescom in Köln nicht ratlos neben ihren eher hungrigen Freunden stehen, haben wir für euch eine der erfolgreichsten Vollwert-5-Gänge-Menüs des Rollenspielgenres zusammengefasst: Mass Effect 2! Hier braucht es immerhin rund 30 Spielstunden, wenn man alle Nebenmissionen mitmacht und nicht gerade auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad durch das Spiel saust.

Also, schnallt euch fest, während wir einmal mit Lichtgeschwindigkeit durch die Geschehnisse von Biowares Flaggschiff rasen. Achtung, eine Spoilerwarnung erfolgt nur hier und später nicht noch einmal explizit. Lesen auf eigene Gefahr! 

Die absolute kurze Kurzzusammenfassung für alle, denen schon der Einleitungstext zu lang war:
Sammel ein Team aus möglichst vielen Menschen und Reptilien ähnlichen Aliens und verbringe dann viel Zeit damit, deren Nebenmissionen zu erledigen, um dir die Loyalität dieses Teams zu sichern, denn andernfalls wird keiner von ihnen (geschweige denn dein eigener Charakter) die Credits erleben. Falle danach in die Basis der oberbösen Oberbösewichte ein, jage sie in die Luft und höre dir danach vom oberbösen Boss der oberbösen Oberbösewichte an, dass du nichts erreicht hast und für die Auflösung bitte im nächsten Frühjahr den dritten Teil kaufst. 

Die etwas längere Kurzzusammenfassung für alle, die der Meinung sind, dass das ganze ja nicht so einfach sein kann:
Ausgangspunkt ist euer geniales Superflaggschiff von einem Raumschiff namens Normandy. Wie bei allen Spielen, bei denen man am Anfang Status und Prestige hat, wird euch das dann erst einmal von den oberbösen Oberbösewichten unterm Hintern weggebombt. Ganz ähnlich wie zum Beispiel bei Assassin’s Creed Teil 1 bis 300. Danach seid ihr übrigens erst mal tot, werdet aber von einer Organisation, die man wohl ungeschminkt als „Faschisten des Weltraums“ bezeichnen könnte, wiederbelebt und da man dieser ob seiner Wiederbelebung zu Dank verpflichtet ist, arbeitet ihr jetzt vorläufig (d.h. bis zum Abschluss des Spiels) für diese und holt euch deswegen Spott und Hohn alter Bekannter ab. Wobei ihr durchaus die Möglichkeit habt, patzige Antworten beim Anführer, dem illustren Mann, abzuliefern, wie die Autorin immer wieder gerne tat. Das ändert aber nichts. 

Da ihr alleine gegen die oberbösen Oberbösewichte nicht bestehen könnt, verbringt ihr nun rund 25 Spielstunden damit, ein Team zusammenzustellen. Dafür steht euch die riesige Weltraumkarte zur Verfügung, auf der ihr zwischen den Planeten hin und herfliegen könnt. Leider ist das Weltall gar nicht so groß, wie uns die NASA immer glauben machen möchte: es beschränkt sich lediglich auf die Milchstraße. Kein Wunder, dass die USA den Laden jetzt dicht gemacht haben! 

Wen ihr wann und wie rekrutiert, bleibt euch überlassen. Die Missionen können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden und zwischendurch könnt ihr euch auch einfach damit vergnügen, Uranus und Co zu plündern. Allerdings werdet ihr zwischendrin immer wieder von dem illustren Mann unterbrochen, der dann eine superwichtige Eilmission hat, die sofort ausgeführt werden muss und auch wird. Ihr seid zwar Commander Schäfer, aber wenn euch euer Pilot sagt, dass das jetzt Vorrang hat, dann setzt sich der Kleine auch durch. 

Nach diesen aufgezwungen Eilmissionen sammelt ihr weiter euer Team und beschäftigt euch in deren Loyalitätsmissionen mit ihren persönlichen, oft familiären Abgründen, damit auch alle schön brav „loyal“ sind. Generell funktionieren die Missionen dabei so: ihr kommt irgendwo an, ballert euch den Weg frei, seht euch eine Sequenz an und geht danach wieder. Zwischendrin kann es aber auch mal vorkommen, dass ihr irgendwo ankommt, euch eine Sequenz anseht und euch danach den Weg zurück ballern müsst. Oder ihr müsst gar nicht ballern und einfach nur jemanden mit eurem unauffälligen Bling-Bling-Raumanzug beschatten oder verführen. Aber meist müsst ihr rumballern. 

Wenn ihr euer Team habt und ein Was-auch-immer aus einem Nebenraumschiff der oberbösen Oberbösewichte entwendet habt, folgt das größte Plotloch in der Gesichte der Videospiele: man schickt euch weg! Einfach so, wohin ist auch egal. Hauptsache ihr seid weg! Und zwar so weit weg, dass ihr eine große Menge an Stunden und Minuten ansammeln müsst, um wieder zu eurem Schiff zurückzukehren. 


Sobald dies passiert und ihr weg seid, wird das Schiff angegriffen. Warum ist eigentlich auch egal, aber der kleine Pilot, der noch im ersten Teil gar nicht laufen konnte ob seiner Glasknochenkrankheit, wollte auch einmal einen coolen Auftritt haben, weswegen ihr ihn einmal durch das Schiff navigiert, wo er Was-auch-immer macht, auf den Boden fällt, sich KEINE Knochen bricht und anschließend ist euer Schiff bis auf den Piloten und euch mit eurem Team (erwähnte die Autorin schon, dass ihr eures ganzes kampffähiges Team zum Mensch-Ärger-Dich-Nicht spielen mitgenommen habt?) leer

Daraufhin startet ihr die Selbstmord-Mission, habt noch einmal die Möglichkeit den illustren Mann anzupöbeln und verschwindet durch das Omega-4-Mass-Relay, welches schon so verdächtig rot leuchtet, und fallt nach einem erneuten coolen Auftritt des kleinen Piloten in der Basis der oberbösen Oberbösewichte ein. An dieser Stelle kann euer Team bereits trotz Loyalität stark dezimiert sein, denn wenn ihr vergessen haben solltet, euer Flugschiff aufzurüsten, dann wird dieses so schwer beschädigt, dass einige eurer Leute, die ihr Lager unbedingt im Maschinenraum aufschlagen mussten, bereits tot sind, bevor es richtig losgeht. Aber macht euch keine Sorgen, egal wie ramponiert euer Schiff danach ist: kurz vor den Credits findet sich kein Kratzer mehr im Lack und es fliegt daher wie ein junger Gott.  


In der Basis der oberbösen Oberbösewichte ballert ihr euch erst mal durch und übertragt eurem Team je nach IQ des einzelnen Wesens mehr oder weniger verantwortungsvolle Aufgaben. Solltet ihr hier was falsch machen und beispielsweise die liebliche WTF-Miranda dafür benützten, ein Schild um euch herum aufzubauen, dann hat dies zur Folge, dass andere Teammitglieder sterben. Andererseits könnt ihr auf diesem Weg dezent nervende Teammitglieder entsorgen. Wichtig ist dabei vor allem die Frage der Loyalität, denn was sonst könnte über Sieg oder Niederlage entscheiden? Die liebliche WTF-Miranda ist übrigens auch ohne Loyalität gar nicht so einfach zu entsorgen, wie die Autorin aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Der Rest geht allerdings recht problemlos. 

Am Ziel angekommen steht ihr vor einer schwierigen Entscheidung: überlasst ihr den Weltraumfaschisten die kostbare, oberböse Technologie der oberbösen Oberbösewichte oder zerstört ihr die Baupläne? Eure Entscheidung. Allerdings habt ihr die Möglichkeit den illustren Mann dadurch richtig zu verärgern, weswegen die Autorin zur Zerstörung der Blueprints rät. 

Danach lauft ihr wie gestochen (schlechter Wortwitz, für alle, die das Spiel tatsächlich bis dahin gespielt haben) zu eurem wunderbar reparierten Raumschiff zurück, seht verwundert dabei zu, wie der kleine Pilot inzwischen auch Waffen schwingen kann (bei seiner obercoolen Solomission ging das noch nicht) und macht dann das, was man auf Englisch auch als „Get the hell out of there!“ bezeichnen könnte. 

Der oberböse Boss der oberbösen Oberbösewichte hat allerdings überlebt und verspricht euch, dass es weitergehen wird. Spätestens im Frühjahr 2012, es sei denn es gibt demnächst wieder Zusatzinhalte zum kostenpflichten Download. 

Wir sehen uns dann beim dritten Teil! 



 Geschmacksrichtung: viele, viele bunte Smarties

Mittwoch, 6. Juli 2011

Das Gewisse PLUS

Happy Birthday hieß es vor kurzem zum ersten Mal für Playstation Plus. Seit einem Jahr dürfen sich jetzt schon die Playstation-Network-Nutzer an diesem kostspieligen Zusatzservice von Sony erfreuen. Doch genießt der deutsche Playstation-Plus-Nutzer im Gegensatz zum normalen Gratis-Playstation-Network-Nutzer wirklich so viel mehr Exklusivität, dass sich der Jahresbeitrag von 49,99€ rechtfertigt?

Als Sony letztes Jahr ankündigte, dass es als bald einen kostspieligen PSN-Service geben würde, war das Echo der PS3-Gamer enorm. Groß war die Angst, dass auch die bereits bekannten und seit Jahren kostenlosen PSN-Dienste von der Gratiskarte auf die Elitekarte für den höheren Geschmack wechseln und dem hungrigen Online-Gamer nichts anderes übrig bleiben würde als der sehnsüchtige Blick auf die exquisiten Speisen, an deren Ende der ernüchternde Preis stünde. Doch dem war zum Glück nicht so: dass bekannte blieb kostenlos bestehen und büßte auch nichts von seinem guten Geschmack ein.

Trotzdem war saß die Verunsicherung tief in der Magengegend. Was genau brachte einem jetzt Playstation Plus? War es wirklich so unverschämt köstlich? Kurz bevor dem ausgelaugten Gamer das Schmankerl zum Kauf angeboten wurde, gab es mehr Details! So sollten dem Playstation Plus-Nutzer anfangs folgende exklusive, sich so vom normalen PS3-Gamer abhebende, Inhalte geboten werden: kostenlose Spiele, Rabatte auf DLCs, exklusive Artikel im Playstation Store, Testvollversionen (zu deutsch: ausführlichere Demos) und automatische Downloads. Hierbei zeigten sich schon die ersten Gräten in der Delikatesse, so kann man die kostenlosen Spiele nur solange spielen wie man Playstation Plus-Nutzer ist, sobald das Abo ausläuft, ist es aus mit dem Spiel. Die Testvollversionen sind meist auf eine Stunde begrenzt und die exklusiven Artikel beschränken sich zudem vorsätzlich auf Avatare und PS3-Hintergrunddesigns. Als zusätzlicher Appetithappen wurde dem schnellen Esser, welcher sich zwischen dem 29. Juni und dem 3. August 2010 anmeldete, die Vollversion von Little Big Planet (siehe Bericht: Verderben zu viele Köche den Brei?) geboten. Klingt ja alles schon ganz nett und macht dann doch ein bisschen Appetit und mal ganz ehrlich, dran schnuppern wäre ja auch interessant, aber sich direkt für 90-Tage mit 14,99€ verpflichten? Mit dem äußerst hohen Risiko das es einem absolut nicht schmeckt? Da braucht es dann doch noch mal einen Muffin Überdenkzeit.

Mit angehaltenem Atem zog schließlich der 29. Juni 2010 ins Land und man beobachtet voller Staunen, wie viele Freundees sich nicht nehmen ließen, dem elitären Playstation Plus beizutreten. Hoffte man im Geheimen probieren zu können, machte einem da Koch Sony schnell einen Strich durch die Rechnung, indem jedem auf der Freundesliste mit einem kleinen Plus links neben dem Benutzerbild gezeigt wurde, dass der ausgehungerte Gamer eben doch käuflich ist.

Durch den Ausfall des Playstation Networks (Bericht hier: Und was haben wir nun davon?) und dem im Zuge dessen zusammengeschusterten Welcome-Back-Pakets konnte der bisher standhafte Esser dann auch für Lau und für volle 30 Tage in den Genuss der Playstation-Plus-Mitgliedschaft kommen. Entgegen der Erwartung, dass die Freundesliste für die nächsten 30 Tage ausschließlich aus Plus-Mitgliedern bestehe und Sony so der böse Patzer genüsslich verziehen würde, hat nicht jeder hungrige Gamer blindlings zugebissen, um den Nachgeschmack des wochenlangen Ausfalls zu tilgen. Doch was bringen einem schmackhafte 30 Tage, wenn am Ende nichts anders ist als mit ohne Plus? Denn Koch Sony ist ja schlau und die vorher üppig aufgetischten Speisen werden zwar beibehalten, aber kann die gleiche Menge an Essen reichen, wo es doch nun dreifach so viele Mäuler zu stopfen gibt? Da müsste selbst dem an Mensaessen gewöhnten Spieler auffallen, dass da die Würze nicht so ganz richtig abgemessen wurde.

Als Fazit lässt sich sagen: Auch wenn das Jahr über noch der ein oder andere Appetithappen, wie beispielsweise das Online-Speichern von Spielständen (hier ebenfalls ausbaufähig, da unser allseits geschätztes Spiel Little Big Planet nur über Spieldaten verfügt, nicht aber über einen Speicherstand. Ärgerlich!), hinzugekommen sind, so konnte Sony bisher nicht wirklich mit seinem Playstation-Plus-Programm bei der hungernden Meute punkten. So kann die Autorin berichten, dass das vergangene Jahr auch ohne Playstation Plus einige kulinarische Spielhöhepunkte für sie bereitgehalten hatte und sie immer noch an der einen oder anderen Sache genüsslich knabbert. Zwar muss sie eingestehen, dass sie auch dem 30-Tage-Appetithappen an die Angel gegangen ist, doch so wirklich überzeugen konnte das deutsche Angebot bisher nicht. Die internationalen Geschmäcker sind zwar bekanntlich verschieden, doch rechtfertigt dies nicht weswegen Koch Sony jedem Land sein eigenes Playstation-Plus-Gericht vorsetzt und der deutsche Esser dann des Öfteren neidvoll auf den Teller des amerikanischen oder japanischen Essers schaut. Natürlich muss eingeräumt werden, dass es ja nicht allein Koch Sonys Schuld ist, da er ja die Auflagen der FSK zu beachten hat und deswegen den deutschen User nichts zu Scharfgewürztes servieren darf. Schaut man zudem auf das Welcome-Back-Paket und betrachtet wie viel davon ausschließlich den Plus-Usern vorbehalten ist, die ihr Abo vor dem PSN-Ausfall abgeschlossen haben, bringen dem anspruchsvollen Esser die 30-Gratis-Tage herzlich wenig.

Dennoch: Sollte Koch Sony einmal auffallen, dass internationale Geschmäcker gar nicht so verschieden und die Volljährigkeit auch gar nicht so schwer überprüfbar ist, könnte die Verführung dann doch zu süß sein und der hungrige PSN-User findet sich schneller genußvoll schlemmend am Playstation-Plus-Buffett wieder, als er die Gabel herausholen kann.


Geschmacksrichtung: Haute Cuisine durchmischt mit Tiefkühlpizza